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Sonja Miko • 06.12.2022

Wo die Reise hingeht – die Urlaubstrends 2023

Inspiration


Im Kreislauf des Jahres ist der Herbst die Zeit des Wandels, aber auch des Ruhens und – da wir für Ruhe allein nicht geboren sind – die Zeit, nach vorne zu blicken. Und so sehen wir als Pauschalreiseveranstalter und Betreiber von drei Yoga Retreat Centers die Reisetrends für 2023:



Natur pur
„Die Natur muss gefühlt werden“ meinte schon Alexander von Humboldt. Reisen mit hautnaher Naturerfahrung werden weiterhin und noch mehr nachgefragt werden. Darunter fallen Reisen/Rundreisen mit dem eigenen Camping-Bus, oder auch Aufenthalte mit Naturerfahrung wie z.B. Glamping. Gäste sehnen sich nach Erlebnissen in der Natur und ein Maximum an Freiheit, möchten dabei aber auf Komfort nicht verzichten. Im VW-Bus unterwegs zu sein und darin zu nächtigen, abends aber in ein Hauben-Restaurant zu gehen, ist die Kombination aus zwei Welten, die sich abzeichnet. Aber auch die Selbstversorgung stellt bei Campingreisen eine beliebte Komponente dieser Reiseart dar. 
Und mal ganz ehrlich, gibt es Schöneres, als den Tag am Lagerfeuer ausklingen zu lassen und tagsüber die Natur zu spüren, zu riechen und zu bestaunen? Aktivität im Urlaub und maßgeschneiderte Individualurlaube haben Urlaubsangebote „von der Stange“ längst abgelöst, es scheint, dass dieser Trend weiterhin anhält.

Nachhaltigkeit – aber nur „die echte“
Gerade die junge Generation, die jetzt auf den Arbeitsmarkt kommt und mit dem Begriff „Life-Work-Balance“ großgeworden ist, legt großen Wert auf eine Urlaubsauswahl, bei der die Nachhaltigkeitsaspekte erfüllt werden. Das heißt nicht zwingend, dass auf Flugreisen verzichtet wird, aber Flugreisen werden CO2-kompensiert, im Urlaubsland nutzt man Bus und Zug als Verkehrsmittel, die Unternehmen, bei denen Reisen gebucht werden, werden kritisch nach den CSR-Kriterien geprüft und ausgewählt. So wird es in Zukunft so sein, dass kleineren Unternehmen, bei denen die Nachhaltigkeits-Philosophie einen wichtigeren Standpunkt hat als der Fokus auf die Gewinnorientierung, der Vorzug gegeben wird. Junge Menschen durchschauen meist auf den ersten Blick, ob Nachhaltigkeit gelebt wird, oder ob es sich um Green-Washing handelt. Nicht jedes Produkt lässt sich den Stempel „nachhaltig“ aufdrücken, aber dort wo er aufscheint, wird von den Gästen von morgen die echte Nachhaltigkeit eingefordert. 

Denn das Gute liegt so nah
Flug- und Schiffreisen legen klimatechnisch nicht das beste Zeugnis ab – werden aber durch die Kompensation des produzierten CO2 etwas verträglicher. Dennoch hat sich bereits vor Corona der Trend des Urlaubs in der Heimat abgezeichnet. Erholung wird auch in der Zukunft nicht mehr zwingend mit Destinationen fern der Heimat gleichgesetzt.
Das Deutschlandticket als Nachfolgeprodukt des 9-Euro-Tickets und das österreichische Klimaticket versetzen dem Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln einen Turbo. Öfter als bisher werden Reisen im eigenen Land oder im mit der Bahn erreichbaren Nachbarland aufgrund der kostengünstigen Möglichkeit der Vortritt gelassen. 
 
Workation – denn Arbeit kann so schön sein
Der Grundstein für diese Idee wurde während der Corona-Pandemie gelegt, viele Menschen verbinden jetzt schon Arbeit und Urlaub – bekannt als „Workation“. Da immer mehr Arbeitgeber den Wunsch ihrer Mitarbeiter, Arbeit und Urlaub zu verbinden, unterstützen, zeichnet sich bei dieser Art von Reisen ein großer Aufschwung ab. 
Für Workation werden künftig sowohl Kurzurlaub als auch längere Arbeits-Urlaube gewählt. Großer Vorteil ist, dass die Arbeit meist produktiver erledigt wird, wenn bereits das  Pool oder die nächste Yogaeinheit wartet. Auch entspricht es dem Lifestyle vieler Menschen, bei dem Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmt. 

Pflanzliche Verpflegung bitte
Einer der größten Trends der kommenden Jahre ist meiner Meinung nach die Auswahl der Unterkunft aufgrund des Verpflegungsangebotes. In Deutschland hat sich die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch ernähren im letzten Jahr verdoppelt mit nach wie vor steigendem Trend. Vegetarier und Veganer geben sich nicht mehr mit einer Verpflegung zufrieden, die aus Beilagen oder einem Halbwissen zu eben jenen Ernährungsarten besteht, sondern werden immer kritischer nach hochwertigen Angeboten suchen. Auch hier ist seitens der Urlaubsgäste kein Spielraum für Kompromisse. 


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