- Neuigkeiten - YogaVeröffentlicht am 31.03.2016

Die Philosophie des Yoga ist so aktuell wie nie zuvor

Von der esoterischen Randerscheinung über den hippen Promi-Trend bis hin zum Breitensport: Yoga hat einen enormen Wandel durchgemacht. Doch wird diese Entwicklung der jahrtausendealten Bewegungsform gerecht? Oder sollte sie vielmehr als Lebenseinstellung statt als Fitnesstraining angesehen werden? Sonja Miko, Geschäftsführerin des Reiseveranstalters Indigourlaub, erklärt im Gespräch mit Bettina Beck, Angelika Hermann-Meier PR, wie man sogar mit Trends wie Nackt-Yoga einen persönlichen Zugang zum Thema findet. Und warum schon eine Woche Yoga-Urlaub der Beginn eines neuen Lebensgefühls sein kann.

Wie finde ich mich als Einsteiger im Überangebot an Yoga-Kursen und -Reisen zurecht?
Miko: Jeder Stil hat seine spezifische Ausrichtung. Deshalb gilt es, gemeinsam mit den Experten – sei es das Yoga-Studio oder der Reiseveranstalter – herauszufinden, was man möchte. Will ich mich auspowern? Oder eher entspannen? Oder steht der philosophische Ansatz im Vordergrund? Darüber sollte man sich im Zuge einer persönlichen Beratung klar werden.

Ich habe also meinen bevorzugten Stil gefunden. Worauf muss ich achten, wenn ich eine Yoga-Reise buche?
Miko:
Vor allem auf einen hoch qualifizierten Lehrer. Es gibt Hotels, die Yoga-Einheiten anbieten, oftmals vom Fitnesstrainer durchgeführt. Das hat nichts mit einer Yoga-Reise zu tun! Die Vitae unserer Programmleiter sind im Indigourlaub-Katalog sowie auf unserer Website einsehbar. Auch das Umfeld ist wichtig – wir wählen ausschließlich Kraftplätze als Urlaubsorte, die Unterkünfte werden nach ihrer speziellen Atmosphäre ausgewählt. Das Gesamtkonzept ist also entscheidend.

Yoga ist fast 3.000 Jahre alt. Warum kann Ihrer Meinung nach auch heute noch jeder davon profitieren?
Miko: Mehrfachbelastungen mit Beruf, Familie und Haushalt bestimmen den Alltag vieler Menschen. Hinzu kommt das Bedürfnis, den Sinn des Lebens zu finden. Um all diese Komponenten unter ein Dach zu bringen, bedarf es profunder Methoden. Hier hilft die lange Tradition des Yoga: Regelmäßig ausgeübt, wirkt es sich nachhaltig positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Nur durch diesen Einklang kann eine hohe Lebensqualität erreicht werden. Des Weiteren kann es typische Krankheiten unserer Zeit – zum Beispiel Burn-Out und Rückenprobleme – mildern oder diesen sogar vorbeugen.

Dazu gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Was sagen Sie Menschen, die sich durch eine Ihrer Reisen Linderung oder gar Heilung ihrer Beschwerden versprechen?
Miko:
Das stimmt so nicht ganz. Erst kürzlich ist im „Journal of the American Medical Association“ eine Studie erschienen, welche die Effektivität von Yoga bei Rückenschmerzen belegt. Generell sind eine bewusste Lebensführung mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und seelischer Ausgeglichenheit ideale Voraussetzungen für ein starkes Immunsystem. Selbstverständlich kann in einer Woche Yoga-Urlaub keine Wunderheilung erwartet werden – eine Verbesserung ist aber oft schon spürbar. Und vor allem: Für viele ist dies der Anreiz, diesen Weg auch im Alltag weiterzugehen.

Wie stehen Sie zu Trends wie Nackt-, Acro- und Aerial-Yoga?
Miko:
Ich persönlich finde Trends gut, da sie die Möglichkeit bieten, etwas Neues auszuprobieren. Je verschiedener die Yoga-Facetten, umso eher findet jeder etwas Passendes. Egal, wie der Stil auch ist, ob dynamisch als Acro-Yoga (steht für „Akrobatik“), ruhig, sportlich, ladies-only, nackt oder aerial (geübt wird in einer Art Hängematte), im Vordergrund steht beim Yoga die Steigerung der Lebensqualität und Gesundheit sowie die Selbstverwirklichung.

Warum ist der Grundgedanke der jahrtausendealten Bewegungslehre heute aktueller denn je?
Miko:
Yoga ist weit mehr als Asanas (körperliche Übungen) und Pranayamas (Atemübungen). Wesentliche Punkte sind auch die ethischen und moralischen Grundregeln. Die Philosophie – Gewaltlosigkeit, Mitgefühl, Toleranz – ist so aktuell wie nie zuvor. Unser Ziel sollte sein, diesen Teilen des ursprünglichen Yoga-Gedankens heute noch mehr Bedeutung zu verleihen. Ein positives Beispiel sind die Indigourlaub-Retreats mit Moderatorin und Autorin Kerstin Linnartz, bei denen die Vermittlung jener Werte zentraler Bestandteil des Aufenthalts ist.

Für Frauen gibt es ganz konkrete Angebote, beispielsweise Luna-Yoga. Männer kommen vergleichsweise kurz. Warum?
Miko: Männer sind bei all unseren Angeboten herzlich willkommen – außer beim Luna-Yoga, wo Übungen für den Beckenboden, Zyklus oder Wechseljahre im Vordergrund stehen. Gerade bei Reisen mit dynamischem Ansatz wächst der Männeranteil. Bei uns ist dies etwa „Yoga Intense“ mit Ashtanga-Lehrer und Personal Trainer Stephan Suh. Dementsprechend verschwindet zunehmend die Annahme, Yoga wäre Frauensache.

Wie unterscheiden sich Indigourlaub-Yoga-Reisen von denen anderer Anbieter?
Miko: Alle Bestandteile unserer Reisen sind uns ein Herzensanliegen und das spürt auch der Gast. Wir haben ein erstklassiges Team an Lehrern aus unterschiedlichen Bereichen: Von Luna- bis Vini-Yoga ist alles dabei. Gleiches gilt bei der Länderauswahl. Ob Finnland, Bali, Mallorca oder Österreich – wir kennen unsere Hotels und Partner persönlich. Hinzu kommt unser touristisches Know-how, resultierend aus über 25 Jahren Branchenerfahrung.

Text: Sonja Miko

Sonja ist Gründerin und Geschäftsführerin von Indigourlaub. Ihr Herzensanliegen ist es, Reisen mit besonderen Inhalten wie Yoga, Meditation, Ayurveda u.v.m anzubieten und ein Bewußtsein für Nachhaltigkeit im Tourismus zu schaffen. Fairness und Respekt in allen Geschäftsbeziehungen sowie Wertschätzung Kunden und Partnern gegenüber sind dabei oberste Maxime.

rotate