Die wirklichen Wunder - Indigo Urlaub
 - Geschichten und Gedanken - Geschichten und GedankenVeröffentlicht am 15.01.2016
Kleiner süßer Hund im Stroh

Die wirklichen Wunder

Die wirklichen Wunder im Leben haben kein großes Publikum.

Von Wundern hört man ganz schön oft. Die 7 Weltwunder der Antike durften wir schon in der Schule auswendig lernen – und dem nicht genug, durften wir uns auch noch jene der Moderne merken.

Wir hören von einem Wunder, wenn ein berühmter Sportler einen dramatischen Unfall ohne gröbere Schrammen überlebt, wir lesen von Wundern in der Forschung und der Wissenschaft, wir lassen uns begeistern von neuen Rekorden und Meisterleistungen.

Da mag schon viel Beeindruckendes dabei sein, doch spielen sich die wirklichen Wunder des Lebens nicht ganz woanders ab?

Ist es nicht mehr Wunder, dass ein kleines Kind nach einigen Monaten des Bemühens plötzlich den ersten Schritt macht? Ganz alleine, ohne festhalten.
Ist es nicht mehr Wunder, dass sich Jahr für Jahr unsere Obstbäume von fast nackt in eine Blüten- und Früchtepracht verwandeln? Ganz ohne unser Zutun.
Ist es nicht mehr Wunder zu sehen, wie sich Menschen verwandeln, wenn sie – oft nach einem etwas schwierigen Weg – zu ihrer eigenen Kraft und zu ihrem eigenen Wesen gefunden haben?

Mein kleines Hündchen gibt mir bei unseren Spaziergängen und seinen ausgeprägten Schnüffelpausen regelmäßig die Gelegenheit, die kleinen Wunder zu entdecken, die ich sonst ganz sicher übersehen würde. Den schmalen Bach zu beobachten, wie er sich den Weg über Stein und Gestrüpp sucht. Aufmerksam die ersten Fahrradversuche der Nachbarskinder zu verfolgen.

Ein Stück gedanklich mit den Wolken zu reisen (oft denken wir ja, dies zu tun wäre ein Privileg der Kinder!), so lange, bis sie sich auflösen oder bis sie sich in einen Mairegen verwandeln. Über diese kleinen Wunder wird – im Gegensatz zu den Weltwundern, Rekorden, wissenschaftlichen Errungenschaften – in 100 Jahren keiner mehr sprechen.

Aber diese kleinen Wunder zu beobachten, sie überhaupt erst wahrzunehmen, macht uns schon ein schönes Stück sensibler und achtsamer für die Schönheiten, die wir sprichwörtlich vor der Haustüre haben – und leider viel zu wenig schätzen.

Schon irgendwie schräg, dass man – wie in meinem Fall – erst ein Hündchen braucht, um so manches Wunder des Alltags zu entdecken!
Schräg, wie das Leben selbst!
Aber ziemlich wundervoll!

Text: Sonja Miko

Sonja ist Gründerin und Geschäftsführerin von Indigourlaub. Ihr Herzensanliegen ist es, Reisen mit besonderen Inhalten wie Yoga, Meditation, Ayurveda u.v.m anzubieten und ein Bewußtsein für Nachhaltigkeit im Tourismus zu schaffen. Fairness und Respekt in allen Geschäftsbeziehungen sowie Wertschätzung Kunden und Partnern gegenüber sind dabei oberste Maxime.

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