- ReiseberichteVeröffentlicht am 16.11.2016

Bezaubernde Urlaubsbekanntschaft

Ich sage es gerade heraus: ich habe mich verliebt! Seit ich im FrĂĽhling an der Algarve und jetzt im Herbst auf Madeira war, liebe ich Portugal als Urlaubsland. Hier ein kleiner Eindruck von meinem jĂĽngsten Urlaubsflirt, Madeira.

Der bequeme Direktflug von München nach Funchal bringt mich in knapp 3,5 Flugstunden vom schneegrauen November in eine völlig andere Welt. Schon der Anflug auf die „Frühlingsinsel“, die übrigens eine spektakuläre Landebahn besitzt und auf Grund der Passatwinde nur von geübten Piloten angeflogen werden kann, bietet einen Anblick von einzigartiger Schönheit: ein kleines Eiland von nur 50 x 20 km ragt aus dem tiefen Blau des Atlantiks, mit wild zerklüfteten Hügeln und Bergen, übersät mit Terrassen für Landwirtschaft, Sträßchen, die sich hoch und runter schlängeln, üppiges Grün. Ich bin gespannt!

Während ich auf meinen Koffer warte schweift mein Blick über die Schuhe der Ankömmlinge und gibt mir unmissverständlich zu verstehen: hier wird Wandern großgeschrieben. Vom sogenannten Levada-Wandern hatte ich ja schon gehört. Mehr dazu später.

Bei Sonne, blauem Himmel und wohligen 23 Grad fahre ich mit meinem Mietwagen im Galo Resort in Canico vor. Das in Eigentum und Führung der deutschen Familie Bachmaier stehende Resort besteht aus drei Hotels: dem Sporthotel Galosol, dem Familienhotel Galomar und dem Ayurvedahotel Alpino Atlantico. Ich trete auf den Balkon meines großzügigen Zimmers und schaue direkt auf den weiten Atlantik. Mächtig, kraftvoll liegt er da. Durchatmen. Ankommen.

Ich treffe Birgit Moukom, die Leiterin des Ayurvedazentrums Refugio dos Sonhos im Hotel Alpino Atlantico und Hotel Galosol. Sie hat vor 9 Jahren auf Einladung des Galo Resorts ihre deutsche Heimat gegen Madeira getauscht und es nicht bereut. Als Gründerin des ersten authentischen Ayurvedakurzentrums auf Madeira legt Birgit größten Wert auf Qualität der Leistungen, die sie und ihr 20-köpfiges Team anbieten. Das Wohl der Ayurveda und Yoga Gäste steht an oberster Stelle. Regelmäßige Weiterbildungen, Zusammenarbeit mit namhaften Ärzten, Therapeuten, Fachleuten aus dem Bereich Ayurveda und anderen sind Standard. Zusätzlich werden auch nicht-ayurvedische Therapieformen angeboten (zB Akupunktur, Osteopathie, Kinesiologie, Energiearbeit uvm). Dr. Gopal, der Ayurvedaarzt, kommt aus Kerala, der Heimat des Ayurveda. Während meiner Abhyanga Massage tauche ich ab in tiefste Entspannung, lasse den stressigen Alltag hinter mir und fühle mich einfach nur selig. Die TherapeutInnen sind wirklich erstklassig. Ihre angenehme Art und Präsenz während der Behandlungen machen Wohlfühlen einfach. Yoga im Raum mit atemberaubenden Ausblick auf den Atlantik unterstützt. Schlemmen ohne Reue! Beim köstlichen Ayurvedabuffet – die Köche sind von Ayurveda Starkoch Volker Mehl persönlich geschult – greif ich nicht nur einmal zu :). Den Rest des Tages genießt man entweder in der Chill-out Lounge beim Rausschauen auf’s Meer – manchmal können sogar Delfine gesichtet werden – im Garten, oder unten in der kleinen Bucht. Wer Lust hat kann auch die Einrichtungen (Pools, Hallenbad, Fitnesscenter, Sauna, Terrasse direkt am Meer etc.) des Galosol/Lido Galomar nutzen, ein 10-minütiger Spaziergang führt dorthin.

Mir gefällt die Art der Portugiesen, die ich zwar hauptsächlich vom Personal her kennenlerne. Sie ist etwas zurückhaltend, aber freundlich.

Die Energie der Vulkaninsel ist kraftvoll und weich, wohl auch durch das angenehme Klima das ganze Jahr über, das schon Kaiserin Sissi 1860 als eine der ersten prominenten Besucherinnen für ihre Genesung zu nutzen wusste. Der österreichischen Monarchie hat es letztendlich doch nicht gutgetan: Österreichs letzter Kaiser Karl I. verstarb hier (und mit ihm die Monarchie) 1922 im Exil an einer Lungenentzündung. Wie dem auch sei, mittlerweile ist Madeira eine Trenddestination.

Am besten lässt sich die Insel natürlich mit einem Mietwagen erkunden. Die Entfernungen sind nicht weit, die Straßen modern und gut ausgeschildert. Man sollte jedoch bergauf wegfahren können :).

Funchal, die Inselhauptstadt, hat Charme und wird auch von großen Kreuzfahrtschiffen gerne angelaufen. Unterhaltsam ist das Markttreiben in der Markthalle, wo Madeirenserinnen in ihren bunten Trachten Blumen-, Obst- und Gemüsestände betreiben. Auch Handarbeiten (berühmte Madeira Stickerei, Korbwaren) und natürlich Fisch/Fleisch werden verkauft. In der Altstadt lässt es sich nett bummeln und zum Beispiel im The Ritz einen bica (Espresso) und Kuchen einnehmen (sofern es Ihre Ayurveda Diät erlaubt natürlich…). Schuhe sind auf Madeira übrigens sehr günstig :).

Die Insel bietet für Sport- und Bewegungsbegeisterte eine Fülle an Möglichkeiten, und das das ganze Jahr über. Vom Wassersport (Tauchen, Schnorcheln, SUP, Surfen, Segeln) über Landaktivitäten (Canyoing, Mountainbiken, Paragliding, Golf), besonderer Beliebtheit erfreut sich das Wandern. Eines meiner Urlaubshighlights war mit Sicherheit das Levada Wandern. Levadas sind die Bewässerungskanäle, die die ganze Insel überziehen und schon seit den ersten Siedlern auf der Insel zur Bewässerung von Plantagen und Felder angelegt wurden. Sie sind heute noch in Betrieb. Auf Grund der wenigen Zeit, die mir dafür zur Verfügung stand, wählte ich den Weg von Queimadas nach Pico das Pedras. Auf einer Seehöhe von über 800 Meter spaziert man je eine halbe Stunde pro Richtung entlang der Levada, durch einen mystischen Wald mit uraltem Baumbestand, verschnörkelt, bemoost. Eine unglaublich magische Landschaft, begleitet vom Plätschern des Wassers. Am besten macht man Wanderungen natürlich mit einem Führer, zB Wanderführerin Christa aus Österreich, die Madeira besser als ihre Westentasche kennt. Begeistert hat mich die farbenprächtige Flora der Insel. Blumen blühen auch jetzt im November an allen Ecken. Nicht auszudenken, welch Farbrausch das im Frühling sein muss.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über Madeira, die kleine Schönheit, mehr als 900 km von ihrem Mutter-Festland entfernt, und ihre sympathischen Einwohner. Dazu empfehle ich aber besser das informative und unterhaltsame Dumont-Reisetaschenbuch „Madeira“ von Susanne Lipps.

FĂĽr mich steht fest: ich muss wiederkommen. Einen Platz in meinem Herzen hat Madeira auf jeden Fall eingenommen.

Unsere Angebote auf Madeira:
www.indigourlaub.com/ayurvedaimhotelalpinoatlantico/
www.indigourlaub.com/yogaretreataufmadeira/

Text: Marion Liebhard

Marion ist seit über 20 Jahre in der Reisebranche und liebt es, immer wieder neue wunderbare Teile der Welt kennen zu lernen. Sie liebt die Natur, besonders die Berge und ist in ihrer Heimat Kärnten gerne bergwandernd unterwegs. Ihre Interessen gelten dem Yoga, der Meditation und dem Ayurveda.

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