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Samuel Miko • 07.08.2025
Buch – check, Papier – check, Stift – check, Aussicht – check. Ich sitze gerade in der sogenannten Alchemy Lounge im Kamalaya Koh Samui in Thailand. Knapp 100 Meter vor mir das türkisblaue Meer, dazwischen geschätzt 40 Palmen – auf einer davon sitzt ein Tier, das ein Verwandter des Eichhörnchens sein könnte. Auf den anderen 39 Palmen sitzt der Akustik nach ein Heer an Vögeln. Es dürfte so gegen Mittag sein, genau sagen kann man das hier nie – das Handy bleibt, wie vom Haus vorgesehen, am Zimmer: Digital Detox.
Hier sitzend soll ich über das Kamalaya schreiben – aber wie?
Ich bin normalerweise nicht wortkarg, aber für dieses Gefühl hier fehlen mir die Worte. Mir kommt der Gedanke, dass sie noch gar nicht erfunden wurden.
Aber jetzt mal von vorne.
07:00 Mantra singen,
07:45–08:30 Qi Gong, Tai Chi oder Pranayama,
08:45–09:45 Yoga, wahlweise Hatha oder Vinyasa.
Es gilt: alles kann, nichts muss. Selbst das Aufstehen für das Mantra-Chanting fällt durch die Vögel als natürlichen Wecker leicht – selbst mir.
Danach geht es zum Frühstück – das Angebot aufzulisten, würde jetzt bei mir zu wunden Fingern führen. Deshalb kurz die Highlights, meinen Erinnerungen ans Buffet von links nach rechts folgend: Bao Buns mit Kürbis, Pancakes aus Mungobohnen, zehn verschiedene Brotsorten, darunter Rosmarinbrot und fünf glutenfreie Varianten, verschiedenste Buttersorten – darunter Mandel- und Pistazienbutter. Weiter geht’s mit einer Auswahl aus zwanzig verschiedenen Schälchen mit Trockenfrüchten wie Feigen oder Datteln, Nüssen und Körnern. Danach kommt man zum großzügigen Salatbuffet, dazu allerlei Gemüse und Aufstriche. Im Anschluss findet man die selbstgepressten Säfte – von acht Sorten sind vier für Detox bestimmt, darunter auch „Green Power“ – sehr gesund. Ums Eck gibt es noch allerlei Obst – und natürlich die Speisekarte, von der man sich Eier in allen Variationen und Detox-Müsli bestellen kann.
Nach dem ausgiebigen und ausgedehnten Frühstück geht es weiter mit den Behandlungen.
Kati Basti, eine ayurvedische Anwendung mit warmem Öl auf dem unteren Rücken. Auf Empfehlung meines örtlichen Wellnessberaters – soll besonders für Vielsitzer wie mich geeignet sein. Das haben wir so bei meiner Konsultation besprochen. Ich hatte ja bereits einige Gespräche mit Ayurveda-Ärzten, und so war ich gespannt, ob auch hier wieder ein erhöhtes Vata diagnostiziert wird. Es sollte ganz anders kommen.
Nach dem obligatorischen Gesundheitsfragebogen ging es auf eine ganz spezielle Waage – das Gewicht ist so ziemlich das Langweiligste, was hier gemessen wird. Körperfettanteil, Wasseranteil im Körper, Muskelanteil – und so einiges mehr. Gesamtscore: 98 (100 ist der Durchschnitt der Altersgruppe) – ich bin recht zufrieden.
Im Anschluss das Gespräch, bei dem auf das Ziel des Aufenthalts eingegangen wird. Von gesund werden zu gesund bleiben, Muskelaufbau zu Fettabbau, von Stressabbau zu schlichter Erholung – die Motive könnten unterschiedlicher kaum sein. Auch mir, als grundsätzlich sehr gesundem Menschen, wurde einiges empfohlen: proaktive Prävention. Genau dafür bietet das Kamalaya eine einzigartige, atemberaubende Atmosphäre.
Das Resort, mit der Natur verschmolzen, wurde in einen kleinen Hügel im Süden der Insel Koh Samui gebaut. Durch die Anhöhe erhält man von verschiedensten Orten einen unbeschreiblichen Meerblick – Rezeption, Restaurant, Yogaraum, Pool, Behandlungsraum. Es sei das Konzept des Hauses, wird mir erzählt, dass – nicht wie andernorts oft üblich – die schönste Aussicht der höchsten Zimmerkategorie vorbehalten ist, sondern allen Gästen zugutekommt.
In der gesamten Anlage ist eine einzigartige Kraft und Energie zu spüren. Diese entspringt buchstäblich ihrer Mitte: der Arjan-Höhle.
Sie bildet das spirituelle Zentrum des Resorts und war einst Wohn- und Gebetsort eines buddhistischen Mönchs. Der Mönch, der dort gelebt haben soll, sei ursprünglich ein Fischerjunge gewesen – davon zeugen auch heute noch die unzähligen hölzernen Boote, die ihm als Gaben für die Erfüllung von Wünschen gebracht wurden und werden.
Schlendert man den langen, steilen, von einem kleinen Bach mit Fischen begleiteten Weg von der Rezeption vorbei an der Arjan-Höhle weiter, findet man sich am Fuß des Hügels wieder. Oder besser gesagt: am hoteleigenen Strand.
Dort stehen die drei Beach Boys bereit und bereiten die ganz persönliche Liege vor. Da liegt man nun also, unmittelbar vor einer kleinen Lagune in herrlichem Türkis, dahinter das offene Meer in einem tieferen Blauton (die Farbänderung ergibt sich durch das weiter draußen wachsende Seegras – wie ich bei meinem kleinen privaten Ausflug mit dem hoteleigenen Kajak feststellen konnte). Am Horizont sieht man die Umrisse der Inseln Koh Tao und Koh Madsum, auch bekannt als die „Schweineinsel“. Beim Bootsausflug am Samstag erfährt man dann, warum.
Und dann wäre da noch die Vielfalt der Programme.
Egal ob du wegen körperlicher Beschwerden, innerer Unruhe oder einfach nur zur Erholung hierherkommst – das Kamalaya hat scheinbar für alles ein passendes Angebot. Detox, Hormonausgleich, Resilienzaufbau, Stressabbau, sogar Programme zur Schlafverbesserung. Aber das Besondere ist nicht nur, was sie anbieten – sondern wie. Es wird nichts übergestülpt, sondern in Gesprächen gemeinsam erarbeitet. Kein Schema F, sondern echter Fokus auf den Menschen. Ich kann schwer sagen, wie sie das genau machen – aber irgendwie fühlt man sich gesehen.
Nun gut – jetzt habe ich doch noch ein paar Worte zum Kamalaya Koh Samui gefunden.
Noch eine halbe Stunde, ehe hier in der Alchemy Lounge die Teezeremonie mit San Bao beginnt. San Bao unterrichtet übrigens auch Qi Gong – und auch wenn ich keine Stereotypen mag: Er ist ein Qi-Gong-Lehrer wie aus dem Bilderbuch. Mitte 60, Glatze, weißer gekämmter Bart bis zur Brust – und einfach der richtige Vibe.
Diese halbe Stunde jedenfalls werde ich noch meinem aktuellen Buch widmen:
„Mission Erde – Die Welt ist es wert, um sie zu kämpfen“ von Robert Marc Lehmann.
Bei diesem Ausblick aufs Meer – nomen est omen.
Autor: Samuel Miko
Hier geht`s zu unserem Programm "Kamalaya Koh Samui – wo Selfness zum Lebensgefühl wird"
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